Die Currysoße bleibt ein Geheimnis

12. Januar 2018

Bernhard Junge und Andreas Horath starten mit Culina Mea 
Von Jens Höhner (Kölnische Rundschau vom 12.01.2018), Foto: Joachim Gies

Er lässt nicht mit sich reden. Bernhard Junge winkt ab, schüttelt den Kopf. Nichts zu machen. Was die Currysoße so wunderbar fruchtig und dann so schön kratzig-scharf macht, das bleibt eben sein Geheimnis. „An dieser Soße habe ich Monate lang getüftelt“, verrät der 62 Jahre alte Unternehmer aus Reichshof-Berghausen. Im vergangenen September hat der Hobbykoch, der etwa im April 2016 für die Fernsehsendung „Das perfekte Dinner“ (Vox) in den Töpfen gerührt hat, diese Leidenschaft zum Beruf gemacht: Mit Kompagnon Andreas Horath bedient er nun den Cateringservice Culina Mea. Das ist Latein.

„Culina“ meint zum einen die Feinschmeckerei, zum anderen bezeichnet das Wort einen mobilen Herd. „Und das ist unser Konzept“, erklärt Horath, der im neuen Geschäft für die Planung von Veranstaltungen und die Vermarktung zuständig ist. So liefern Bernhard Junge und Ehefrau Birgit (57) den Kunden niemals fertige Büfetts in Wasserbädern und unter Warmhaltelampen: Sie kochen vor den Augen der Gäste oder laden zu Dinnerabenden an ungewöhnliche Orte ein. Im Dezember hatte Culina Mea Premiere: Im Gesindehaus der Burg Denklingen servierten die Reichshofer fast 40 Gästen ein Weihnachtsmenü mit sechs Gängen. „Und das kam an“, sagt Bernhard Junge. Erlernt hat er das Handwerk des Elektromeisters und führt weiterhin eine Firma für alternative Energie-Anlagen.

Aber was unterscheidet Culina Mea von anderen Speisenlieferanten? „Nur wenig ist vorgekocht, alles wird frisch zusammengestellt und zubereitet, keine Nahrungsmittel landen in der Abfalltonne“, zählt Mitstreiter Horath auf. Er selbst habe als Geschäftsführer eines Eventdiners in Köln Gastronomie-Erfahrung gesammelt. „Zudem kümmern wir uns um jedes Detail und bringen alle Geräte mit, selbst den Pizzaofen.“ Damit sei auch das Kochen an Orten ohne Küche kein Problem – wie eben in der Denklinger Burg. Dort wollen die Firmeninhaber künftig Hochzeiten begleiten. Entstanden sei die Idee, aus Culina Mea ein Unternehmen zu machen, bei einem gemeinsamen Mahl, natürlich. Auch wollen die Reichshofer so viele Waren und Produkte aus der Heimat verarbeiten wie nur möglich. Ein weiterer Partner, so Junge, sei das Restaurant Villa Coco in Bergneustadt. Hausbesuche sind ebenso möglich, die heißen dann „Home Cooking“.

Vor drei, vier Jahren sei er übrigens von der einen Seite des Herdes auf die andere gewechselt und habe sich bei Lehrgängen auf den neuen Job vorbereitet, etwa an der Deutschen Eis-Akademie im rheinland-pfälzischen Deesen. Bald schaue er „Fleischpapst“ Ludwig Maurer im bayrischen Rettenberg und Ingrid Pardatscher vom Biorestaurant Fichtenhof in Gfrill (Südtirol) über die Schulter. „Die Ingrid ist der Wahnsinn, sie wiegt nichts ab und macht alle aus dem Handgelenk“, schwärmt Jungkoch Junge, der in Italien vor allem die Fähigkeiten im Brotbacken verfeinern möchte. Denn auch die Begleiter von Mahlzeiten, darunter Brot, stellen die Berghauser immer selbst her.

„Besonders beliebt sind unsere Bratkartoffeln“, schildert Junge. In Jülich hätten 100 Leute neulich 33 Kilogramm der Knollen ratzfatz verputzt. „Diese werden gekocht für 24 Stunden auf zwölf Grad Celsius gekühlt, so entweicht die Stärke. Danach legen wir sie in Olivenöl ein, geben grobes Meersalz und Paprikapulver hinzu, bevor die Kartoffeln weitere 24 Stunden gekühlt werden.“ Danach kommen sie auf den Grill – „und karamellisieren wunderbar“, beschreibt der Feinschmecker den Gaumenkitzel.

In Kürze richtet Culina Mea im Kölner Bürgerhaus Stollwerck eine große Geburtstagsparty aus, die Planung läuft auf Hochtouren. Ein Knaller, so Bernhard Junge, solle da seine Mitternachtspizza werden. Aber auch die Currywurst werde aufgetischt. Wer dann aber nach dem Rezept fragt, bekommt auch dort sicher kaum mehr als ein Augenzwinkern. Zu weiteren Ideen zählen ein italienischer Abend in Denklingen und eine besondere Verkostung von Gourmetfleisch.

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Es ist angerichtet: Der frühere Hobbykoch Bernhard Junge (l.) und sein Kompagnon Andreas Horath aus Reichshof wollen einen Cateringservice und Feinschmecker-Veranstaltungen etablieren. Nahezu alles ist hausgemacht, auch die Nudeln. (Foto: Gies)

Bernhard Junge
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Andreas Horath
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Euelner Straße 6
51580 Reichshof-Brüchermühle

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